Pop Music: Slayer

Fischer Rocklexikon

Slayer

Tom Araya (voc, b), John Dette (dr), Jeff Hanneman (g), Kerry King (g)

„Die kalifornische Ultra-Trash-Band“ (Crash) kam 1982 auf Initiative von Tom Arraya (* 6. 6. 1961, Chile) in der Besetzung Jeff Hanneman (* 31. 1. 1964, Los Angeles), Kerry King (* 3. 6. 1964, Huntington Beach, Kalifornien) und Drummer Dave Lombardo (* 16. 2. 1965) in Los Angeles zusammen. Die Hardcore-Metaller stiegen binnen kürzester Zeit zum US-Aushängeschild der härtesten Rock-Genres Speed- und Trash-Metal auf.
      Slayer machten sich zunächst in Südkalifornien einen guten Namen als Live-Band und machten mit „Aggressive Protector“ ihre erste Studioaufnahme, die 1983 auf dem Sampler „Metal Massacre III“ erschien. Die erste LP „Show No Mercy“ machte mit den radikalen Texten und der brutalen Härte und Schnelligkeit der Gitarren / Gesangsorgien im gleichen Jahr ihrem Titel alle Ehre. Sie avancierte auch in europäischen Metal-Kreisen zu einer gefragten Platte. Lautstärke und Präzision im Zusammenspiel kennzeichneten auch die Bühnenshow „voller unerwarteter musikalischer Irrsinnsideen“ (Spex), die Slayer von anderen Bands ihres Metiers unterschieden.
      Bevor sich Slayer als eine „der neuen Major-Bands“ (Crash) an der vordersten Metal-Front durchsetzten, stürmten sie 1984 mit „Hell Awaits“ und „Live“ vor allem die britischen Metal-Charts. Die wilden, infernalischen Attacken wurden Ende 1986 auf dem Album „Reign Of Blood“ erstmals weltweit vertrieben und vier Monate später anläßlich einer Welttournee auch live vorgestellt. Für diese Tour wurden Proben mit dem Schlagzeuger T. J. Scaglione notwendig, denn Lombardo hatte die Band verlassen, um Anfang der 90er Jahre mit Grip eine eigene Formation aufzubauen. Scaglione kam von Whiplash, die neben Slayer und Exciter das ultraharte Heavy-Metier am besten beherrschten.
      1987 erlebten Slayer mit „Criminally Insane“ ihr Debüt in den Singlecharts. Der Song stammte aus dem Album „South Of Heaven“, das auf neuen Horrorgeschichten „im Stil von Edgar Allan Poe und Stephen King“ (Tom Araya) basierte. Der Erfolgsproduzent Rick Rubin holte die Band, die er bereits bei „Reign Of Blood betreute“, 1989 zu seinem Label American Recordings und überwachte die Produktion der LP „Seasons In The Abyss“, die von Arayas Kompositionen geprägt war und im Herbst 1990 auf den Markt kam. Das folgende Jahr stand für Slayer ganz im Zeichen von Tournee- und Konzertaktivitäten. Zunächst reisten sie mit Testament+ durch Nordamerika, beteiligten sich anschließend neben Anthrax, Megadeth und Alice In Chains an der Tour „Clash of the Titans“ und wurden im November 1991 als Headliner für England gebucht. Die Live-Qualitäten von Slayer wurden Ende 1991 auf dem Mitschnitt „Decade Of Aggression“ dokumentiert.
      Im Frühsommer 1992 mußte der neue Schlagzeuger Paul Bostaph (* 4. 3. 1965, Hayward, Kalifornien) eingearbeitet werden. Er gab einen überzeugenden Einstand bei den großen europäischen Sommer-Festivals und im Herbst 1994 auf der LP „Divine Intervention“ dem bis dahin größten Studio-Erfolg von Slayer. Er enthielt auch die im September 1995 veröffentlichte Single „Serenity In Murder“.
      Nach den Aufnahmen zum 96er Album „Undisputed Attitude“ wurde Drummer Paul Bostaph wieder gefeuert und durch Jon Dette von Testament ersetzt. Der brachiale Speed Metal machte nach wie vor keine Kompromisse und brach bei „einer starken Punk-Ausrichtung“ (Guinness) Hochgeschwindigkeitsrekorde gleich reihenweise. Slayer hielten unermüdlich die Metal-Fahne hoch, lieferten sauberes Handwerk ab, wenngleich ihnen Innovationen völlig abgingen. Davon zeugte auch im Sommer 1998 das Album „Diabolus In Musica“, das „gleichzeitig antiquiert und zeitlos“ (Musik Express) klang.
      Lombardo konnte sich 1995 mit über 100.000 verkauften Exemplaren des Grip Inc.-Debüts „The Power Of Inner Strength“ auf Anhieb in der US-Metalspitze festsetzen. Die Rock-Raubeine tourten u. a. mit Motörhead und Kreator und präsentierten auf ihren Platten rhythmische Vielfalt und großes technisches Können.

Diskographie

Show No Mercy (1983)
Live /1984)
Hell Awaits (1984)
Reign Of Blood (1986)
South Of Heaven (1988)
Live Undead (1988)
Seasons In The Abyss (1990)
Divine Intervention (1991)
Decade Of Aggression (1991)
Undisputed Attitude (1996)
Diabolus In Musica (1998)

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