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Macht Arbeitslosigkeit krank?
Macht Arbeitslosigkeit krank?

Protokoll Projekt- und Ideenwerkstatt
Mittwoch 31. Mai 2006, 18-20 h
VHS Alsergrund, Galileigasse 8, 1090 Wien
Schwerpunktthema: Macht Arbeitslosigkeit krank?
Erfahrungsbericht SHG_fMisL (Selbsthilfegruppe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen)
Die Gruppenmitglieder haben sich in verschiedenen Einrichtungen kennen gelernt. Dadurch war eine Vertrauensbasis bereits vorhanden. Generell ist es schwierig, Erwerbsarbeitslose für Selbsthilfegruppen oder ähnliche Initiativen zu gewinnen, weil viele Hemmschwellen vorhanden sind, sich als arbeitslos zu outen oder sich anderen anzuvertrauen.
Gerade das Sichtbar-Werden wäre aber ein wesentlicher Bestandteil, um für das gesellschaftliche Problem ein Bewusstsein zu schaffen. Dafür reichen die derzeitigen Angebote aber nicht aus.
Ideen für Unterstützungsleistungen und Initiativen
  • bundesweite Vernetzung
  • finanzielle Unterstützung für Selbsthilfegruppen speziell von Erwerbsarbeitslosen
  • unbefristete Anstellungen in Sozialökonomischen Betrieben, da es individuell sehr unterschiedlich ist, wie lange eine Tätigkeit in einem Sozialökonomischen Betrieb Sinn macht, eine zu frühe Entlassung kann sehr kontraproduktiv sein
  • Förderung gesundheitserhaltender Maßnahmen, bevor die Menschen krank werden. Prävention spart langfristig Geld für teuere Therapien und erhöht die Lebensqualität
Kritik und Diskussion
Beschäftigungsprojekte und Gesundheitsprojekte reagieren nur auf Symptome. Die Ursachen liegen aber wo anders, nämlich darin, dass es nicht genügend Arbeitsplätze für alle gibt (Mythols Vollbeschäftigung). Daher muss neben der Symptombehandlung auch bei den Ursachen eingesetzt werden. Z. B.:
  • Neudefinition von Arbeit
  • Entwicklung alternativer Wirtschaftsmodelle
  • Einführung eines Grundeinkommens
  • Einführung von Zeitkonten
Generell gibt es zu wenig Information über die Ursachen von Erwerbsarbeitslosigkeit, was zur Stigmatisierung der Arbeitslosen führt, nach dem Motto: Die sind selber Schuld. Daher braucht es dringend eine bewusstseinsbildende Berichterstattung in den Medien.
Mögliche weitere Aktivitäten
  • Bewusstseinsbildung - öffentliche Diskussionsveranstaltung
  • Bewusstseinsbildung - Beitrag in der Bezirkszeitung
  • Forcierung der Selbsthilfegruppe SERVUS
  • Schaffung eines professionellen gesundheitserhaltenden Unterstützungsangebotes
Links
SHG_fMisL (Selbsthilfegruppe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen)
Wiener Dachverband für Sozial-Ökonomische Einrichtungen (DSE)