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Ljubov Kortschikova:
Asylwerberin

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
mein Name ist Ljubov Kortschikova und ich bin mit meiner Familie seit mehr als 5 Jahren in Österreich. Wir wohnen in Graz und warten auf den Ausgang unseres Asylverfahrens. Mein Mann Pavel Severinenko und ich arbeiten, seit wir in Österreich sind. Mein Sohn Jevgeni (16 Jahre) geht in die HAK, meine Tochter Kristina (12 Jahre) besucht das Gymnasium. Seit Anfang 2006 bewohnen wir unser eigenes Haus im Süden von Graz. Ich würde uns als in Österreich voll integriert bezeichnen.
Trotz unserer Bemühungen, in Österreich während des Asylverfahrens auf eigenen Beinen zu stehen, wird die Situation für uns immer schwieriger. Obwohl wir arbeiten, wurde die Familienbeihilfe im Herbst 2006 gestrichen und meine Kinder bekommen keine Fahrtbeihilfe mehr. Ich habe noch bis November 2007 meine eigene Arbeitserlaubnis, die jedoch nach dem neuen Ausländerbeschäftigungsgesetz nicht mehr verlängert wird. Es wird daher für mich schwieriger werden, Beschäftigung zu finden, da mein zukünftiger Arbeitgeber um eine Beschäftigungsbewilligung ansuchen muss.
Ich muss feststellen, dass sich die Situation für AsylwerrberInnen in Österreich in den letzten 6 Jahren verschlechtert hat und die Einschränkungen für mich eine Verletzung der Menschen- und Kinderrechte darstellen. Vor allem neu Ankommende sind durch die herrschende Gesetzgebung zum Nichtstun verurteilt und während des immer noch sehr lange dauernden Asylverfahrens auf die Grundversorgung durch den Staat und das Bundesland angewiesen. Das im Ausländerbeschäftigungsgesetz vorgesehene Recht, nach 3 Monaten Aufenthalt arbeiten zu können, gilt nur für Saisonarbeit. Da AsylwerberInnen im Vergleich zu früher jetzt ausschließlich auf Kontigentplätze angewiesen sind, ist es viel schwerer Arbeit zu bekommen und selbständig seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. AsylwerberInnen werden in die Schwarzarbeit abgedrängt.
Ich möchte Sie bitten, Ihren Einfluss geltend zu machen und mitzuhelfen, die Lage der AsylwerberInnen in Österreich zum Besseren zu verändern, um zu verhindern, dass aus anerkannten Personen letztendlich Sozialfälle werden.
 
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Pflegeelternverein Steiermark - Kinder- und Jugendförderung