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"Allein, mir fehlt der Glaube"
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Reportage: Im Verein "Zum alten Eisen?" ist der Zorn auf "die da oben" groß. AMS-Chef Buchinger stellt sich harten Fragen |
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"Allein, mir fehlt der Glaube"
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Herbert Buchinger kommt eine halbe Stunde zu spät, aber warten ist man hier gewöhnt. Der Verein "Zum Alten Eisen?", ein Verein von Arbeitssuchenden über 40, will dem Leiter des Arbeitsmarktservices (AMS) auf den Zahn fühlen. |
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Die zum Großteil männlichen Anwesenden verziehen die Gesichter, als Buchinger eingangs über "mehr Qualität als Quantität" in den Regierungsplänen doziert. "Allein, mir fehlt der Glaube", flüstert ein Sitznachbar dem anderen zu. |
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Bei Fragen solle sich keiner ein Blatt vor den Mund nehmen: "Ich habe eine sehr dicke Haut", betont Buchinger. |
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Zurückhalten will sich ohnehin keiner. Die Probleme sind vielschichtig, die Menschen dahinter oft am Rande der Verzweiflung. Ein Betroffener ist auf Grund langer Arbeitslosigkeit in Frühpension geschickt worden. Nun leidet er an Angstzuständen und Depressionen. Ein anderer hat sich zwei Jahre lang zum EDV-Trainer umschulen lassen, Arbeit hat er keine: "Zehn Wochen Berufspraxis, die das AMS vorschreibt, hab' ich, aber den Betrieben ist das wurscht", der Ärger muss raus. "Die Leute beim AMS leben davon, dass man uns aus der Statistik bringt", lautet ein Zwischenruf unter vielen. |
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Hitzig |
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Die Stimmung dampft, Buchinger entledigt sich seines Jackets schon nach der ersten Fragerunde. Beim angestrengten Mitschreiben rutscht seine Brille auf die Nasenspitze. Kritisiert wird auch die von der Regierung geplante gemeinnützige Arbeit für Langzeitarbeitslose: "Was soll das werden? 1-Euro-Jobs wie in Deutschland? Arbeitslose als Arbeitssklaven?" |
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| Ein häufiges Problem sind schlecht ausgebildete AMS-Kursleiter. Ein anwesender Akademiker kann davon ein Lied singen: "Mein erster Kurs, den ich absolvieren musste, war ein Betriebswirtschaftskurs. Dabei habe ich Betriebswirtschaft studiert!" Zwischenrufe und zustimmendes Klopfen: "Es gibt 1000 solcher Fälle." Buchinger relativiert: 1000 seien, gesehen an der Gesamtzahl, "nicht soooo viel". Ein Aufschrei geht durch die Menge im "Laudonstüberl". Nächstes Thema: Bezugssperren der Arbeitslose. Sperren drohen etwa beim Fernbleiben von Kursen oder Bewerbungsgesprächen. Aber auch, wenn der zugewiesene Betreuer nicht gut drauf ist, kann es Sperren geben, lautet einer der vielen Vorwürfe. |
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| Buchinger mahnt, nicht zu resignieren, sondern immer weiter Arbeit zu suchen und verspricht individueller zu helfen. Umdenken gegenüber den Älteren muss das Motto lauten, will er das Publikum umschmeicheln. Doch die Kritik verstummt auch zur Sperrstunde nicht. |
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| Julia Edermayr |
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| Kurier |
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